Hübscher Nachtfalter: Der Braune Bär – Steckbrief & Schutzmaßnahmen

Unter unseren einheimischen Nachtfaltern gibt es viele von überwältigender Schönheit. Schade, dass nur wenige Menschen unsere Nachtfalter je zu Gesicht bekommen. Was zum einen daran liegt, dass die Falter meist in der Dämmerung oder Nachts unterwegs. Und leider auch immer seltener werden.

Steckbrief: Brauner Bär

Der Braune Bär (Arctia caja) ist einer unserer schönsten Nachtfalter. Er nutzt eine Vielzahl von Lebensräumen: in Wäldern, auf Wiesen, in Mooren, entlang von naturnahen Flüssen, in vielfältig bepflanzten Gärten und Parks ist er zu finden, genauso wie in renaturierten Kiesgruben. Als typischer Nachtfalter versteckt er sich den Tag in der Vegation. Erst mit Einbruch der Dunkelheit wird er aktiv. Er fliegt gern künstliche Lichtquellen an, was leider auch dazu beiträgt, dass der Braune Bär inzwischen zu den seltenen Insektenarten gehört.

 

Die auffällige Färbung dient dem Braunen Bär als Schutz vor Fressfeinden. Nähert sich zum Beispiel eine Meise öffnet der Braune Bär blitzschnell seine Flügel. Durch die rote Farbe der Hinterflügel ziehen sich die Fressfeinde verschreckt zurück. Neben der auffälligen Flügelfärbung weiß sich der Braune Bär mit einem übel riechenden Sekret zu verteidigen. Dieses sondert er ab, wenn er in Bedrängnis gerät. Die Eiablage erfolgt ab Juli in Form großer bläulichweißer Gelege auf den Blattunterseiten der Wirtspflanzen. Im August schlüpfen dann die Raupen.

Lebensraumverlust und Lichtverschmutzung: Der Rückgang des Braunen Bärs hat viele Ursachen

Die Zerstörung von Lebensräumen und Lichtverschmutzung haben dem Braunen Bär arg zugesetzt. In der Roten Liste gefährdeter Tierarten der Bundesrepublik Deutschland eine Art der Vorwarnliste. In Baden-Württemberg gilt er als gefährdet. In Österreich ist die Art in allen Landesteilen sehr im Rückgang begriffen. Helfen kann man dem Braunen Bär und eigentlich allen Insektenarten auch durch die Wiederherstellung von Lebensräumen und dem gezielten Ausbringen von Futterpflanzen. Vielfältig bepflanzte Gärten, Parks und öffentliche Grünflächen, aber auch die Anlage von Brach – und Blühflächen helfen nicht nur dem Braunen Bär. Die Eindämmung der Lichtverschmutzung, die durch Straßenlaternen auftritt, ist ein weiterer wichtiger Schutzansatz für Nachtfalter. Zu diesem Thema wird bereits intensiv geforscht.

Raupe Brauner Bär (Nachtfalter)

Raupe des Braunen Bär | Photo by Flickr Armin S Kowalski / Unter CC BY-SA 4.0 Lizenz

Vielfältig bepflanzte Gärten und Parks helfen dem Braunen Bär (und vielen anderen Insektenarten)

Wer seinen Garten naturnah und vielfältig bepflanzt, ist auf dem richtigen Weg, um dem Braunen Bär einen Lebensraum zu bieten. Und vielen anderen Insektenarten auch. Selbstverständlich ist der Einsatz von Insektiziden und anderen chemischen Mitteln tabu.

Der Braune Bär benötigt eine Vielzahl von Futterpflanzen, die ohne Probleme einen Platz im Garten finden können:

  • Wiesen-Sauerampfer
  • Stumpfblättriger Ampfer
  • Große Brennnessel
  • Mädesüß

Natürlich kommen auch etliche Sträucher in Frage, die dem Braunen Bär als Nahrungsquelle dienen. Auf diese sollte man keinesfalls verzichten, da diese Wildsträucher auch anderen Insekten und Vögeln wertvolle Nahrung bieten:

  • Himbeere und Brombeere
  • Schneeball
  • Roter Hartriegel
  • Rote Heckenkirsche
  • Silber-Weide, Ohr-Weide, Sal-Weide

Nicht nur der Nahrungsmangel macht dem Braunen Bär zu schaffen. Es ist insbesondere die intensive Pflege und die Lichtverschmutzung, die den Fortbestand des Braunen Bär bedroht. Im Garten (und auch in Parks) lässt sich hier Abhilfe schaffen: Es sollte in jedem Garten Bereiche geben, die weniger oft gemäht werden. Dort wo Brennnesseln ein kleines Dickicht bilden können. Vielleicht um einen kleinen Totholzhaufen herum? Hier sollte ohnehin Ruhe herrschen, um all die tierischen Bewohner nicht all zu oft zu stören. Eine kleine Rasenecke die seltener gemäht wird oder ein Staudenbeet, dass erst im Frühjahr zurückgeschnitten wird. Je mehr „wildere“ Ecken es im Garten gibt, desto besser für den Braunen Bär und all die anderen kleinen und größeren tierischen Bewohner.

Und wie verhält es sich mit der Lichtverschmutzung? Auf die Verwendung künstlicher Lichtquellen sollte im Garten weitestgehend verzichtet werden. So ganz im Dunkeln braucht aber niemandd zu tappen, wenn man nachfolgende Tipps beherzigt:

  • durch LED-Lampen wird der Anflug bachtaktiver Insekten merklich verringert. LED – Lampen verbrauchen zusätzlich deutlich weniger Energie. Schon allein das sollte als Argument ziehen
  • Lampenschirme sollten so konstruiert sein, dass das Licht nicht in alle Richtungen abstrahlt
  • Die Gehäuse der Lampen sollten verschlossen sein. Dadurch wird verhindert, dass Insekten in die Lampe eindringen können
  • Lampen bitte eher sparsam verwenden
  • Keine durchgängige Beleuchtung, wo es nicht notwendig ist. Zeitschaltuhren und Bewegungsmelder verwenden

Der Braune Bär ist einer unserer schönsten Nachtfalter. Ein echter Hingucker. Lassen wir nicht zu, dass er immer seltener wird. Geben wir ihm ein Stück Lebensraum zurück.

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