Ein Drahtkomposter und viel Totholz: Tolles Naturprojekt für kleinste Gärten

Du suchst nach einer Idee, wie Du auf kleinstem Raum einen großartigen Lebensraum für Kleintiere schaffst? Was hältst Du von dieser wundervollen Idee: einen Asthaufen im Drahtkorb? Du benötigst gerade einmal einen Quadratmeter Platz in einer ruhigen Ecke Deines Gartens. Und wenn etwas mehr Platz da ist, kannst Du sogar einen Totholzstapel anlegen und einige Wildblumen pflanzen oder aussäen. Im Handumdrehen verwandeln sich so selbst kleinste Flächen in spannenden Biotope.

Der Asthaufen im Drahtkomposter. Bereits im ersten Jahr hat ein Alpen-Clematis den Drahtkorb berankt. Holzstämme wurden um den Drahtkomposter gelegt. Borretsch, Sterndolden und viele andere Wildpflanzen bieten Insekten Nahrung. Über allen ragt eine Hundsrose.

Ein Asthaufen ist ein besonderer Lebensraum und sollte in keinem Garten fehlen

  • Asthaufen und Totholz im allgemeinen sind sehr attraktive Lebensräume und Nahrungsgründe für eine Vielzahl von Kleintieren (Insekten, Spinnen, Kröten, Igel, Vögel, Eidechsen…)
  • Äste fallen im Garten fast immer an. Also ist immer für Nachschub gesorgt. Und wenn Ihr mal den Nachbarn fragt, bekommt ihr bestimmt auch ein paar Äste problemlos geschenkt
  • Der Aufwand für die Anlage und Pflege hält sich stark in Grenzen. Und für Eure Mühen könnt Ihr mit interessanten Beobachtungen belohnt werden

Wie kommt der Asthaufen nun in den Drahtkomposter?

Zuallererst: Ihr könnt einen ganz normalen Drahtkomposter verwenden, so wie in unserem Beispiel. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob Ihr den Rahmen eckig oder rund wählt. Wichtiger ist hier mehr die Höhe und die Breite. Runde Drahtkomposter gibt es zum Beispiel mit einem Durchmesser von ca. einem Meter Breite und Höhe.

Alternativ könnt Ihr auch Pflöcke in den Boden rammen, zwischen denen Ihr die Äste einlegt. Oder Ihr überlegt Euch eine andere Lösung. Natürlich könnt Ihr den Rahmen auch weglassen. Leider fällt er dann relativ fix auseinander und bleibt eher klein.

Ihr solltet für Euer Asthaufen-Projekt eine eher ruhige Ecke im Garten auswählen. So könnt Ihr auch Bewohnen an und in den Asthaufen zu locken, die es eher ruhiger mögen. Nachdem Ihr den Drahtkorb aufgestellt (alternativ: Pflöcke) habt, beginnt Ihr mit der Befüllung. Nehmt dickere Äste, die Ihr locker in den Korb legt. Schaut dabei, dass Ihr einige Hohlräume schafft. Dann ist die Chance recht groß, dass sogar Vögel ihre Nester darin anlegen.

Frisch mit Ästen befüllter Drahtkorb. Die Stämme stammen von einer Baumfällaktion der Gemeinde. Die Pflanzbeete sind vorbereitet.

Den Asthaufen im Drahtkorb; das Totholz drumherum

Man kann nie genug Natur haben. Und wenn Ihr noch ein wenig Platz rund um Euren Asthaufen habt, dann nutzt diesen doch gleich mit. Ein paar Holzstämme sind schnell besorgt und können rund um den Drahtkorb arrangiert werden. Genau wie Holzhäcksel. Kippt einfach eine dicke Schicht unter die Stämme. Vielleicht nutzt der hübsche Rosenkäfer den Holzhäcksel als Ablageplatz für seine Eier. (Hinweis: Stämme und Holzhäcksel fallen bei Baumarbeiten an. Fragt einfach bei der Gemeinde oder im Grünflächenamt an. Bitte niemals Stämme aus dem Wald mitnehmen)

Eine bunte Hülle für den Asthaufen: Clematis, Wildblumen, Wildrose

Wildpflanzen sind überlebenswichtig für Wildbienen, Hummeln und viele andere Insekten. Sät und pflanzt Wildblumen und Sträucher rund um Euren Asthaufen. Borretsch, Nachtviolen, Ziest, Große Sterndolde… Die Auswahl ist riesengroß. Den Drahtkorb selbst könnt Ihr mit einer Kletterpflanze schmücken und so “unsichtbar” machen. Eine richtig gute Wahl wäre zum Beispiel eine Alpen-Waldrebe.

Eine wirklich winzige Ecke im Garten. Und trotzdem Platz für ein tolles Naturprojekt.

In sehr kleinen Gärten fehlt leider oft der Platz für raumgreifende Naturprojekte. In Kleingärten müssen immer auch noch die rechtlichen Vorgaben eingehalten werden. Mit einem “eingesperrten” Asthaufen in einem Drahtkäfig lässt sich auch auf kleinstem Raum ein großartiger und wichtiger Lebensraum schaffen. Tolle Idee; leicht umsetzbares Projekt.

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