9 Fakten über Spechte

Kopfschmerzen? Fehlanzeige! Interessantes und Wissenswertes über unsere Spechte.

Buntspecht füttert Jungvogel | Quelle FLICKR Andy Morffew; CC 2.0 Lizenz

Buntspecht füttert Jungvogel | Quelle FLICKR Andy Morffew; CC 2.0 Lizenz

  1. Mit Vollgas gegen den Stamm – Jeder Schlag wird durchgezogen. Mit voller Kraft. Dabei kann eine Energie frei werden, die einem Aufprall von 25 km/ h gegen eine Wand entspricht. Wer mit dem Auto schon mal mit dieser Geschwindigkeit gegen ein Hindernis gefahren ist, weiß wie sich das anfühlt.
  2. Hämmern ohne Kopfschmerzen – Spechte bekommen keine Kopfschmerzen. Zu mindestens nicht vom trommeln auf Holz. Dafür sorgen ein ausgeklügelter Knochenbau und die Tatsache, dass ihr Gehirn fest im Kopf sitzt. Das Gehirn ist nur von wenig Hirnflüssigkeit umgeben. Dadurch schaukelt es bei den Schlägen nicht hin und her.
  3. Akkordarbeiter – Bis zu 20 Mal pro Sekunde kann ein Specht auf sein Stück Stamm einhämmern. Der Helmspecht ist dabei der unangefochtene Weltmeister: er bringt es auf bis zu 12.000 Schläge pro Tag
  4. Augen zu und durch – Spechte schließen eine Millisekunde vor dem Aufschlag ihres Schnabels auf das Holz ihre Augen. Damit vermeiden sie, dass Holzspäne in die Augen gelangen können. Schließlich benötigen sie ja einen scharfen Blick auf ihr Werk.
  5. Schmiedemeister Buntspecht: Was nicht passt, wird eben passend gemacht. Und wenn es Spechten nicht möglich ist, verlockende Zapfen oder Nüsse zu knacken, dann werden diese in Stammrissen oder – nischen eingeklemmt. Unser heimischer Buntspecht legt seine Spechtschmieden ganz gezielt an. Diesen bewussten Einsatz von Werkzeugen beherrschen nur sehr wenige Vögel.
  6. Artenvielfalt: Mehr als 200 Spechtarten sind in den Wäldern unserer Planeten beheimatet. Dabei gilt: Ohne Wald kein Specht. Nur in Australien, Neuseeland, Madagaskar und den pazifischen Inseln gibt es trotz Wald keinen Vertreter der Spechtfamilie. In Europa tummeln sich gleich 10 verschiedene Arten: der Schwarzspecht, Grün – und Grauspecht, Buntspecht, Mittelspecht, Kleinspecht, Dreizehenspecht, Weißrückenspecht, Blutspecht und der Wendehals.
  7. Dämmstoff – Experten: Über eine anständige Fassadendämmung freuen sich nicht nur Heizkostensparfüchse und Klimaschützer. Auch Spechte fliegen darauf. Vor allem unser einheimischer Buntspecht schaut gern mal nach, ob sich nichts Fressbares unterm Putz befindet. Warum? Auf der rauen Oberfläche finden sie guten Halt und bei Trommelprobe klingt es verdammt nach morschem Holz. Ein Paradies für Insekten. Nur leider ist es dann doch nicht so, der Specht zieht weiter und die Fassade ist versaut.
  8. Vogelschutz I: Spechte sind geschützt. Alle Arten. Und auch wenn man es nicht immer gleich glauben mag, viele unserer heimischen Spechte sind hochbedroht. Immer weniger altes Holz und morsche Baumstämme (Totholz) verbleiben in Wäldern, Parks oder Gärten. Die Gründe, warum das Holz verschwindet sind vielfältig: neben der Nutzung als Brennholz, sind es Gründe der Verkehrssicherungspflicht. Doch ohne Totholz keine fetten Maden und Insekten, denen Spechte nachstellen können.
  9. Vogelschutz II: Spechte sind wahre Baumeister und bauen sich ihre Bruthöhlen eben selber. Oft auch mehrere und immer wieder neue. Für viele höhlenbrütende Vögel ein Glücksfall. Prominente Bewohner sind neben der Hohltaube, Arten wie Wiedehopf, Blauracke. Mehr als 11 verschiedene Vogelarten wurden als Nachmieter bei einer Studie in der Schweiz festgestellt Aber auch Fledermäuse, Bilche und Insekten (Hornissen) können ohne die Höhlen der Spechte nicht auskommen.
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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Manfred Böhm
    Mai 1, 2017 10:59 am

    Wir haben beobachtet, dass ein Buntspecht ein Meisennest plündern wollte.
    Vergrößert er den Eingang und holt sich die Meiseneier?
    LG
    Manfred

    • Hallo Herr Böhm, ja, dass ist durchaus möglich. Bei Nistkästen könnte man mit einem Blech, das man um das Einflugloch nagelt, verhindern, dass dem Specht das gelingt.

      Beste Grüße, Lars Schönberg

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