Mit jeder Tasse Bio-Kaffee aktiv im Fledermausschutz

Fledermäuse sind weltweit bedroht. Der Verlust ihrer Lebensräume und der Rückgang der Insekten wirkt sich nicht nur bei uns vor der Haustür sondern nahezu überall auf die Fledermäuse aus. Die Bestände sind rückläufig. Umso interessanter, dass der traditionelle und pestizidfreie Anbau von Kaffee einen wichtigen Beitrag zum Schutz der “Flattertiere” leistet. Also, mit jeder Tasse Bio-Kaffee, die Sie genießen, helfen Sie auch den Fledermäusen ein Auskommen zu finden.

Fledermäuse der Gattung Micronycteris kommen in mexikanischen Bio-Kaffeeplantagen vor. Sie lesen Insekten von Kaffeepflanzen ab | Photo by funmontanaviva | FLICKR | Unter CC BY-ND 4.0 Lizenz Unbearbeitet

Fledermäuse spielen eine zentrale Rolle in der Schädlingsbekämpfung auf biologisch bewirtschafteten Kaffeefarmen

Bisher wurde alleinig Vögeln die Reduzierung der Insektenschädlinge in traditionellen Kaffeefarmen angerechnet. Lange Zeit wurde übersehen, dass bei der Reduzierung von Schadinsekten auch Fledermäuse eine bedeutsame Rolle einnehmen.

In pestizidfreien Schatten-Kaffefarmen finden Fledermäuse ideale Bedingungen zur Nahrungssuche vor. Insgesamt 45 Fledermausarten konnten Wissenschaftler der University of Michigan auf einer nur 740 Hektar großen Kaffeefarm in Mexiko nachweisen. Bei ihren Untersuchungen stellten die Wissenschaftler darüber hinaus fest, dass die Schattenbäume für den Jagderfolg der Fledermäuse von großer Bedeutung sind.

Bisher wurde angenommen, dass Fledermäuse aus der Luft nach Fluginsekten jagen, während Vögel eher von den Kaffeepflanzen die Insekten ablesen. Mit einem interessanten Experiment konnte nachgewiesen werden, dass Fledermäuse direkt von den Kaffeesträuchern Insekten wegfangen. Dafür wurden Kaffeepflanzen tagsüber mit Netzen so überdeckt, dass garantiert kein Vogel herankommen konnte; andere Sträucher wurden nachts abgedeckt, damit sie für Fledermäuse unerreichbar waren. 

Nach Auswertung der Daten stellten die Wissenschaftler fest, dass die Schadinsekten stark zunahmen, sobald die Kaffeesträucher Nacht abgedeckt wurden. Damit war klar, dass nur in der Kombination Vögel und Fledermäuse eine wirksame Schädlingsbekämpfung möglich ist.

Schattenbäume bestimmen das Bild einer traditionellen Kaffeefarm. In den Kronen der Bäume lauschen Fledermäuse auf die Geräusche der Insekten | Photo by Danielle Golon | FLICKR | Unter CC BY 4.0 Lizenz Keine Bearbeitung

Fledermäuse lauern in Baumkronen, statt ununterbrochen herumzuflattern

Fledermäuse sind bei der Nahrungssuche ständig in Bewegung. Mit Hilfe ihres überragenden Echolot-Ordnungssystem spüren sie Fluginsekten auf. Auf diesem Weg können Fledermäuse in einer Nacht bis zur Hälfte ihres Körpergewichtes an Insekten verspeisen. Die Technik allein würde aber den großen Einfluss der Fledermäuse auf die Reduzierung von Insektenschädlingen in den Kaffeeplantagen nicht erklären. 

Bei Forschungen in mexikanischen Plantagen beobachteten Wissenschaftler eine weitere Jagdstrategie bei dort vorkommenden Fledermäuse. Und die hat unmittelbar mit den Schattenbäumen zu tun, die quasi das Dach der Plantage bilden: Fledermäuse hängen sich in die Baumwipfel oberhalb der Kaffeepflanze und warten geduldig, oft über Stunden hinweg, auf Insekten. Sobald sich auf den Kaffeepflanzen Insekten bemerkbar machen, stürzen sie herab und “pflücken” ihre Beutetiere direkt von den Kaffeepflanzen ab.

Bio-Kaffee hilft Fledermäusen und vielen anderen Arten

Fledermäuse sind weltweit vom Verlust ihres Lebensraumes und dem Rückgang der Insekten-Biomasse bedroht. In den Kaffee-Anbaugebieten sind traditionell bewirtschaftete Kaffeeplantagen ein wertvoller Lebensraum. Wir als Verbraucher haben es in der Hand, mit unserem Einkaufsverhalten dazu beizutragen, dass Kaffefarmer und Fledermäuse weiterhin ein gutes Auskommen finden.

LINKTIPP: Unsere Freunde von Ökopunk haben einen spannenden Beitrag veröffentlicht, wie sich Kaffeegenuss und Naturschutz toll ergänzen: Vom Kaffeetrinker zum Umwelt- und Naturschützer. Ab der ersten Tasse Kaffee.

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