Friedhöfe – Orte der Ruhe und der Natur

Friedhöfe – Stätte des Gedenkens; Artenreicher Lebensraum

Schaurig hallt der Ruf des Waldkauzes über den nächtlichen Friedhof; Fledermäuse flattern kleinen Vampiren gleich über Grabsteine hinweg. Für ängstliche Seelen eine gruselige Vorstellung, nachts oder in der Dämmerung einen Friedhof zu besuchen. Nicht nur zu Halloween, wenn die Geister erwachen.

Friedhöfe sind Hotspots der Artenvielfalt. Achten Sie auf ökologische Pflege und eine artenreiche Bepflanzung

Gar nicht gruselig: Friedhöfe sind Hotspots der Artenvielfalt. Achten Sie bitte auf ökologische Pflege und eine artenreiche Bepflanzung. Bildquelle: pixabay.com

Friedhöfe sind Orte der stillen Trauer und des Gedenkens. Und können sich zu einer Oase für unsere heimische Tier – und Vogelwelt entwickeln. Sie sind ein wertvoller Lebensraum, der eine Vielzahl von Arten den nötigen Rückzugsraum bietet.

Rotkelchen, Zaunkönig und Grasmücken finden hier Lebensraum, genau wie Igel, Amphibien, Hummel, Wildbienen und viele andere Tierarten. Aber auch für allerlei heimische Wildpflanzen bieten Friedhöfe Rückzugsräume: Zimbelkraut, Lerchensporn, Farne. Als besonders artenreich gelten alte, baumbewachsene Friedhöfe. Sind die Bäume alt und höhlenreich, dann bieten sie dem Waldkauz und Fledermäusen einen Platz zum Leben.

Auf Friedhöfen mit altem Baumbestand fühlt sich der Waldkauz wohl. Wenn genügend Höhlen in den Bäumen oder spezielle Nistkästen vorhanden sind.

Auf Friedhöfen mit altem Baumbestand fühlt sich der Waldkauz wohl. Wenn genügend Höhlen in den Bäumen oder spezielle Nistkästen vorhanden sind. Bildquelle: pixabay.com

Waldartige Friedhöfe sind ein wahrer Segen für die Artenvielfalt: so weit wie möglich, sollten alte Bäume auf Friedhöfen unbedingt  erhalten werden.  Aber auch Friedhöfen ohne altem Baumbestand, können sich zu Refugien für unsere heimische Tier – und Pflanzenwelt  entwickeln.

Nachfolgend einige Anregungen für die Grabgestaltung:

  • Verwenden Sie einheimische Wildstauden für die Grabbepflanzung. Die Auswahl ist überwältigend: Efeu, Frauenmantel, Sedumarten, Christrosen, Immergrün. Für sehr sonnige Standorte eignen sich Lavendel, Grasnelken und Thymian.
  • Frühblüher machen auch als Grabbepflanzung echt was her: hier können Schneeglöckchen, Narzissen oder Wildtulpen verwendet werden
  • Wechseln Sie die Bepflanzung nicht so häufig aus: ausdauernde Bepflanzungen sind nicht nur ökologisch sinnvoller, sie schonen auch den Geldbeutel und verringern Müll
  • Verwenden Sie kein Torf; achten Sie auch beim Kauf von Pflanzen auf torffreie Anzucht
  • Lassen Sie Laub und Pflanzenreste auf dem Grab bis zum Frühjahr liegen. Hier finden Kleintiere Schutz und Vögel Nahrung.
  • Noch ein kleiner Hinweis zum Grabstein: auf alten Grabsteinen wachsen oft Flechten und Moose. Entfernen Sie diese bitte nicht.
Vielfältig und artenreich bepflanzte Gräber sehen nicht nur toll aus. Sie bieten Insekten auch eine Fülle an Nahrung.

Vielfältig und artenreich bepflanzte Gräber sehen nicht nur toll aus. Sie bieten Insekten auch eine Fülle an Nahrung. Bildquelle: pixabay.com

Nachfolgend einige Anregungen – Für die Kommunen und Grünflächenämter:

  • Nistkästen anbringen: Für Höhlenbrüter (Meisen, Rotschwanz, Fliegenschnäpper; aber auch große Kästen für den Waldkauz)
  • Kästen für Fledermäuse (auch für Hornissen gibt es Nistkästen zu kaufen)
  • Einheimische Wildpflanzen verwenden, zum Beispiel beerentragende Sträucher in den Randbereichen
  • Auf vielen Friedhöfen gibt es größere Sammelplätze für Grünabfälle; diese erst nach dem Winter beräumen; dabei vorsichtig sein
  • Insektenhotels aufbauen
  • Plätze für Reisig – und Laubhaufen einplanen
  • Generell die Grünpflege auf nach den Winter verlegen
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