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Großtrappen – Hahn | Bild: Flickr / Autor: Francesco Veronesi / Unter CC 2.0 Lizenz – unverändert

Großtrappen – Steckbrief

Großtrappen sind einzigartige Vögel! Schon rein biologisch gesehen. Bei keiner Vogelart der Welt ist der Größenunterschied zwischen Hahn und Henne so gewaltig wie bei unseren Großtrappen. Obwohl oft zu Fuß unterwegs, sind Großtrappen gute und ausdauernde Flieger. Durch ihr hohes Gewicht zählen Großtrappen zu den schwersten flugfähigen Vögeln überhaupt.

  • Größe: Größer als Gans
  • Maße / Flügelspannweite: Länge vom Schnabel bis Schwanzspitze – 75 – 105 cm | Flügelspannweite zwischen 190 und 260 cm
  • Gewicht: Hähne zwischen 7 bis 12 Kilogramm (alte Hähne ausnahmsweise bis 17 Kilogramm | Hennen zwischen 3,5 bis 5,5 Kilogramm – Der Gewichtsunterschied zwischen den Hähnen und Hennen zählt zu den größten bei Vögeln überhaupt
  • Färbung: durch rotbraunes Gefieder perfekt auf das Leben in Steppen angepasst. Hervorragende Tarnwirkung
  • Stimme: dumpfes Geräusch aus dem Kehlsack der Hähne zur Balz; relativ stumm
  • Brutzeit: Ende April bis Anfang Juni, eine Brut. Bei Verlust des ersten Geleges erfolgt Nachgelege
  • Gelege: 1 bis 3 olivgrüne Eier
  • Brutdauer: 21 bis 26 Tage
  • Nestlingszeit: Nestflüchter; mit ca. 5 Wochen flügge; bis zum Herbst von der Henne geführt, dann Zusammenschluss mit anderen Hennen und Jungtieren
  • Weibliche Großtrappen werden mit ungefähr vier Jahren geschlechtsreif. Hähne selten vor ihrem 5 oder 6 Lebensjahr. Erst die alten Hähne haben die charakteristischen Barthaare und das rotbraune Brustband. Großtrappen können im Freiland deutlich älter als 20 Jahre werden

Die Balz stellt im Jahresrhythmus einen besonderen Höhepunkt dar. In Trupps erscheinen die Hennen am Balzplatz. Hier treffen sie auf die alten Hähne, die sich imposant zur Schau stellen. Wie riesige Schneebälle plustern sich die Hähne auf. Dazu verdrehen sie ihre Flügel und der Schwanz wird auf den Rücken geklappt, so dass die schneeweißen Unterschwanzfedern sichtbar werden. Der Kopf wird nach hinten getreckt und der Kehlsack aufgeblasen.

Nach der Balz gehen Hennen und Hähnen ihre eigenen Wege. Die Weibchen legen das Nest an. Dazu scharen sie eine flache Mulde in den Boden. Nach 21 (max.26) Tagen schlüpfen die Küken, die schon einen Tag später das Nest verlassen können.

Nahrung

Küken benötigen zum Heranwachsen proteinreiche Kost. Vom Käfer bis zur Maus wird nichts verschmäht. Die ersten Tage nach dem Schlupf sorgt die Großtrappen – Henne noch für Futter, nur wenig später können die Küken selbst nach Futter suchen. Erwachsene Großtrappen ernähren sich hauptsächlich von pflanzlicher Kost. Vor allem Raps spielt als Winterfutter eine große  Rolle. Insekten und Kleintiere je nach Verfügbarkeit.

Lebensraum und Verbreitung

Steppen sind der bevorzugte Lebensraum der Großtrappe. Trocken und warm im Sommer mit vielen Insekten für die Kükenaufzucht. In Europa leben Großtrappen in ausgedehnten, offenen Agrarlandschaften. Profitieren konnte die Großtrappe durch ein reichhaltiges Nutzungsmosaik aus extensiven Äckern, Brachflächen und artenreichen Wiesen.

Einst in ganz Europa verbreitet gewesen. Heute in vielen europäischen Ländern durch die Intensivierung der Landwirtschaft ausgestorben oder akut bedroht. Weitere Vorkommen in Russland, der Ukraine, Türkei. Die mongolischen und chinesischen Bestände gehören zu einer Unterart der Großtrappe.

  • Spanien – max.30.000 Großtrappen
  • Russland – 12.000
  • Portugal – 1.400
  • Ungarn – 1.400
  • Türkei – 1.200
  • Ukraine – 700
  • Österreich – 300
  • Deutschland – 220
  • Serbien – 40
  • Großbritannien – 40 (Wiederansiedlungsprojekt gestartet im Jahr 2003)
  • Rumänien, Bulgarien, Slowakei, Tschechische Republik – jeweils weniger als 10 Großtrappen

Gefährdungsursachen

Durch Intensivierung in der Landwirtschaft an den Rand der Ausrottung gebracht. Hauptsächlich durch Pestizide, Technisierung und Verringerung der Nutzpflanzenvielfalt. In den Grünländern durch Überdüngung und Erhöhung der Viehbestände ihres Lebensraums beraubt.

Zusätzlich zur Intensivierung der Landwirtschaft durch verstärkte Baumaßnahmen in den Verbreitungsgebieten bedroht. Hier sind vor allem der Bau von Straßen, Freileitungen/ Hochspannungsmasten und Windenergieanlagen zu nennen.

Schutzstatus der Großtrappen

Großtrappen sind hochbedrohte Vögel, die nur durch Wiederherstellung ihrer Lebensräume vom Aussterben gerettet werden können. In der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Vögel werden Großtrappen in der höchste Gefährdungskategorie geführt. Aktuell leben Großtrappen in Deutschland nur noch auf 5% ihres ehemaligen Lebensraumes.

Für Europa wird die Großtrappe in der Schutzkategorie „Verletzlich“ geführt. Durch internationale Absichtserklärungen (Memorandum of Unterstanding) sind Koordinierung von Großtrappen – Schutz – Projekten über Ländergrenzen hinweg möglich.

Großtrappen kann nur die großflächige Wiederhestellung ihres Lebensraumes effektiv geholfen werden.  Durch  die Extensivierung von Feldern und Wiesen und durch Anlegen spezieller Futterflächen für Großtrappen. Das Ausbrüten der Eier von aufgefundenen, verwaisten Gelegen und anschließende Auswilderung sind eine wesentlicher Bestandteil der Bestandsstärkung. Großtrappen sind durch stetige Verkleinerung ihres Lebensraumes stark bedroht. Durch Baumaßnahmen -Windparks, Hochpannungsmasten, Straßenbau – schrumpfen ihre Lebensräume zusehends.

Großtrappen -Schutz: Ansätze & Maßnahmen

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