Bedrohung | Prädatoren

Der war krank...

Katze mit Stieglitz | Bild: Flickr / Autor: Barnabás Nagy / Unter CC 2.0 Lizenz – unverändert

Wenn Lebensräume auf Handtuchgröße zusammenschrumpfen. Wenn Pestizidwolken jedem Leben den Garaus ausmachen. Wenn illegale Verfolgung Millionen Vögeln das Leben kostet, dann kann jede weitere Bedrohung zum endgültigen Aussterben einer Vogelart beitragen.

In den letzten Jahren konnten kleine Lebensrauminseln erhalten oder renaturiert werden. Winzige Bruchteile ehemaliger Lebensräume. Leider sind diese nicht nur bei Vogelarten begehrt. Sondern auch Magnet für eine Vielzahl von Beutegreifern.

Und so werden Inseln, die als Arche gedacht waren, zur Todesfalle für den erhofften Nachwuchs. Bodenbrüter sind durch Füchse und invasive Arten – Mink, Waschbär, Marderhund – am stärksten gefährdet. 90 Prozent (in manchen Schutzgebieten 100 Prozent) aller Eier und Küken fallen ihnen zum Opfer. Und jahrelang ausbleibende Bruterfolge werden am Ende auch zum Aussterben von Vogelarten führen.

Einzäunungen als ultimatives Mittel gegen Prädation

Was tun? Intakte Lebensräume schaffen – das ist die Lösung! Bestehende Schutzgebiete optimal managen und vergrößern. Bei vielen Vogelschutz – Projekten werden besonders sensible Bereiche inzwischen durch Zäune und Wassergräben vor Beutegreifern geschützt.

Im Großtrappen – Schutz konnte man in den letzten Jahren mit Einzäunungen von 15 bis 30 Hektar großen Flächen hervorragende Ergebnisse erzielen: mit 2,2 Jungen pro begonnene Brut ist der Bruterfolg außerordentlich hoch. Während außerhalb der Zäune bisher kein oder kaum Nachwuchs zu verzeichnen ist, werden innerhalb der Zäune regelmäßig Küken flügge. Bis zu 10 Küken pro Jahr alleine in der 18 Hektar großen Fläche im Havelland.

Nicht nur Großtrappen brüten geschützt vor Füchsen und Wachbären innerhalb der Umzäunungen. Wiesenweihen, Rebhühner, Wachteln, Fasane und Enten brüten Seite an Seite mit den Großtrappen.

Schutz vor Räubern im Garten

Vielfältig bepflanzte Gärten und Grünflächen sind der beste Weg für vogelreiche Gärten. Mit dornigen Sträucher und Asthaufen lassen sich katzensichere Verstecke anlegen. Katzen haben es in Naturgärten schwerer, ihre Beute aufzuspüren und auf Dornen haben sie gar keine Lust. Auch Nistkästen und Futterhäuschen lassen sich gut vor dem Zugriff durch Katzen sichern.

Katzen – Räuber auf leisen Pfoten

Nur wenige Diskussionen werden so emotional geführt wie die Rolle von Katzen auf unsere Vogelwelt. Ornithologen beziffern für Deutschland den Verlust durch Katzen auf 10 bis 20 Millionen Vögel pro Jahr. Vor allem Vögel der Gärten und Parks sind gefährdet.

Katzenbesitzer sind sich ihrer Verantwortung bewusst! Und darum verzichten sie darauf, ihren Lieblingen während der Brut und Nestlingszeit draußen Auslauf zu geben. Selbstverständlich sind die Katzen kastriert, so dass ungewünschter Nachwuchs vermieden wird. Und Langeweile kommt auch nicht auf, da mit den Kitten ausreichend gespielt wird. Eine zweite Katze kann hier Wunder wirken!

Steckbrief Großtrappe

Wussten Sie, dass Großtrappen zu den schwersten flugfähigen Vögel der Welt gehören? Und haben Sie schon etwas über ihr Balzverhalten erfahren? Wussten Sie, dass Großtrappen hauptsächlich vegetarisch leben, aber verhungern, wenn sie in den ersten Tagen ihres langen Lebens keine Insekten zu fressen bekommen?

Alles über Lebensweise und Biologie der Großtrappe finden Sie in unserem Artensteckbrief zur Großtrappe.

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